So gelingen Knödel

952 Aufrufe 0 Comment

Knödel gehören zu Österreich wie der Schweinbraten und die Sachertorte! Das kulinarische Erbe hat seinen Ursprung in längst vergangenen Zeiten, denn die ersten archäologischen Knödelfunde in Österreich stammen aus den Pfahlbaudörfern rund um den Mondsee in Oberösterreich. In der jungsteinzeitlichen Ära, 2.500 bis 1.800 Jahre v. Chr. wussten die Menschen in der Region bereits um den Genuss rund um die gerollten Köstlichkeiten. Knödel sind charakteristisch für das alpenländische Essen in Österreich und auch Bayern. Doch besonders die österreichische Küche kennt eine Vielzahl an Variationen und so kommen seit vielen Jahrhunderten süße und pikante Knödel auf den Tisch. Ob mit oder ohne Füllung, die runden Teiglinge werden aus verschiedensten Grundzutaten wie Kartoffeln, Grieß, Topfen, Brot und Semmeln hergestellt. Außer die beliebten Kaspressknödel und die Serviettenknödel werden alle anderen Knödel rund ausgeformt. In Salzwasser kocht man die traditionellen Beilagen und Hauptspeisen und manche Gerichte bäckt man danach gar noch in Schmalz heraus. Deftige und bäuerliche Speisen, die heutzutage noch immer so gut schmecken wie in früheren Zeiten.

Knödel: So klappt’s!

Semmelknödel gehören zu den klassischen Beilagen in Österreich und werden regelmäßig im ganzen Land serviert. Kein Bierzelt und kein regionales Gasthaus verzichtet auf die g’schmackigen Knödel, die aus alten Semmeln hergestellt werden. Die Zutatenliste für acht bis zehn Knödel lautet folgendermaßen:

Zutaten:

Anleitung:

  • In einer großen Schüssel werden die klein geschnittenen Semmeln vom Vortag oder auch das fertige Knödelbrot mit der Milch und den ganzen Eiern vermischt. Die Petersilie fein schneiden und ebenfalls unterheben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, für die Bindung sorgt etwas Grieß, der über die Menge gestaubt wird. Gut vermengen und die Masse mindestens 30 Minuten rasten lassen.
  • Unter fließendem Wasser hält man seine Hände feucht und formt mit Gefühl feste, runde Knödel aus dem Teig. Je größer die Rundlinge dabei ausfallen, umso länger müssen sie später ziehen. Natürlich kann man auch fein geschnittenen Zwiebeln und Speck hinzufügen, so werden daraus dann Tiroler Knödel, ideal als Beilage oder auch als Suppeneinlage.
  • Die fertigen Knödel noch einmal gut 20 Minuten rasten lassen, in der Zwischenzeit einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Die fertigen Knödel vorsichtig in das leicht wallende Wasser einsetzen und nur noch ziehen lassen. Ansonsten droht Gefahr, dass sich die Knödel auflösen. Nach dreißig Minuten können die Semmelknödel abgeseiht und heiß serviert werden. Schmeckt gut zu einem Schweinsbraten oder auch mit einer Schwammerlsoße. Beliebt in ganz Österreich sind auch geröstete Knödel mit Ei oder Essigknödel mit Zwiebeln!

Knödel und Brauchtum

Grammelknödel, Topfenknödel, Tiroler Knödel, Wachauer Marillenknödel, Hascheeknödel, Mühlviertler Mehlknödel, die Aufzählung ist noch lange nicht vollständig. Es darf also ohne schlechtes Gewissen behauptet werden, Österreich ist stolz auf seine Knödel und stellt Feinschmecker vor die Qual der Wahl. Dabei sind die runden Teiglinge immer schon eng mit althergebrachten Traditionen und dem bäuerlichen Brauchtum verbunden, in früheren Zeiten ebenso wie heute. Jede Region hatte ihre eigenen Knödeltage, so war im Salzburger Flachgau der Dienstag Knödeltag bekannt. Ebenfalls war es gang und gäbe, dass man den Almauftrieb verschob, wenn er in die Knödelzeit fiel. Drohte doch ein zu hoher Verbrauch an Knödelfleisch, das Unglück verhieß. Ebenfalls schlechte Zeiten standen der Familie bevor, wenn beim Kochen die Knödel gezählt wurden. Auch gilt in vielen Gebieten Österreichs nach wie vor die Regel, dass ein Mädchen erst dann im heiratsfähigen Alter ist, wenn es Knödel kochen kann. So ist die Versorgung vom zukünftigen Ehegatten gesichert.

Datenschutzinfo